Stalking: Hier finden Betroffene Hilfe

Sie belästigen mit Anrufen und Nachrichten, verfolgen und beobachten ihre Opfer durchgehend und verletzen oder töten sie im Extremfall sogar. Wie Stalker vorgehen und wo Betroffene Hilfe finden.

Rund 20.000 Stalking-Fälle werden in Deutschland jedes Jahr erfasst. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. Welche Folgen Stalking haben kann und wie Betroffene sich schützen können:

Was ist Stalking?

Unter Stalking versteht man die intensive und wiederholte Verfolgung, Belästigung und Bedrohung einer Person. Stalker suchen über längere Zeiträume permanent den Kontakt zu ihren Opfern per Telefon, E-Mail, über soziale Netzwerke und Freunde, über Familienangehörige oder den Arbeitgeber. Durch das Verhalten des Täters werden Betroffene erheblich in ihrem alltäglichen Leben eingeschränkt und können unter anderem Angststörungen und Depressionen entwickeln.

Die Täter versuchen meist, so viele Informationen wie möglich über ihre Opfer zu sammeln, die sie dann dazu nutzen, Betroffene und ihr Umfeld zu manipulieren. Auf diese Weise wollen Stalker Macht und Kontrolle über ihre Opfer ausüben und sie oftmals zu einer Beziehung zwingen. In Extremfällen kann es zu körperlicher Gewalt oder sogar zur Tötung kommen.

Meist sind die Täter keine Unbekannten, sondern stammen aus dem Umfeld des Opfers. In 75 Prozent der Fälle kennen Betroffene die stalkende Person, was nicht bedeuten muss, dass sie auch wissen, wer hinter dem Stalking steckt. Zu Stalkern werden vor allem Ex-Partner, aber auch Arbeitskollegen, Freunde und Bekannte. Frauen sind in der Regel häufiger von Stalking betroffen als Männer. Die Täter sind nach Angaben des Weißen Rings zu 80 Prozent männlich.

Was können Betroffene tun?

  • Bei akuter Bedrohung sollten Sie sich unter der 110 an die Polizei wenden.
  • Machen Sie dem Stalker klar, dass Sie keinerlei Kontakt zu ihm möchten, am besten in Gegenwart von Zeugen.
  • Lassen Sie sich nicht auf Diskussionen, Telefonate oder Treffen ein und bleiben Sie konsequent dabei.
  • Informieren Sie Ihr Umfeld und erklären Sie Familienmitgliedern, Freunden und Arbeitskollegen Ihre Situation. Die Öffentlichkeit kann Sie schützen und den Täter abschrecken.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und holen Sie sich juristische und psychologische Unterstützung. Lassen Sie sich zu technischen Schutzmaßnahmen beraten.
  • Dokumentieren Sie möglichst jede Kontaktaufnahme des Stalkers. Die No Stalk-App des Weißen Rings hilft dabei, Anrufe und Nachrichten beweiskräftig zu sichern.

Hier finden Betroffene Hilfe

Betroffene erreichen das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter 116 016 – anonym, kostenlos und rund um die Uhr. Auch das Opfer-Telefon des Weißen Rings unter 116 006, Frauenberatungsstellen und die Polizei können unterstützen.