Mineralwasser im Test: Das sind die Ergebnisse

Nicht alle Wässer sind ursprünglich rein!

Stiftung Warentest hat Medium-Mineralwässer geprüft. Das Ergebnis: Viele Produkte überzeugen, darunter auch günstige Handelsmarken. Doch bei Reinheit und Geschmack gibt es deutliche Unterschiede.

Mineralwasser mit mittlerem Kohlensäuregehalt ist das meistgekaufte Wasser in Deutschland. Genau diese Medium-Wässer hat Stiftung Warentest geprüft. 29 Produkte wurden auf Geschmack, kritische Stoffe, Verunreinigungen, Verpackung und Kennzeichnung untersucht.

Für den Test kauften die Prüferinnen und Prüfer 1.188 Flaschen ein und untersuchten insgesamt 1.163 Liter Wasser. Mindestens fünf geschulte Personen verkosteten jedes Wasser und beurteilten Aussehen, Geruch, Geschmack und Mundgefühl. Von einem Medium-Wasser erwarten die Testerinnen und Tester ein spürbares Kribbeln auf der Zunge. Mehrere Produkte enttäuschten hier: Sie sprudelten kaum im Mund, obwohl sie als Medium-Wasser verkauft werden.

Im Labor wurde jedes Wasser außerdem auf kritische Stoffe wie Arsen, Nitrit und Uran geprüft, auf Keime sowie auf Rückstände von Pestiziden, Süßstoffen und weiteren Substanzen. 90 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher sehen Mineralwasser als ein natürliches, reines Naturprodukt an. Doch die Realität ist nicht immer so klar wie das Wasser im Glas. In mehreren Produkten fanden die Testerinnen und Tester Spuren menschengemachter Verunreinigungen, darunter die PFAS-Verbindung TFA. „TFA ist in Mineralwasser nicht gefährlich, aber unerwünscht", sagt Projektleiterin Janine Schlenker. Stiftung Warentest bewertet den Stoff ab diesem Test erstmals als oberirdische Verunreinigung.

Auch die Verpackung spielte für das Qualitätsurteil eine Rolle: Mehrwegflaschen wurden besser bewertet als Einwegflaschen. Häufig verkauftes Wasser der Eigenmarken des Handels ist allerdings nur in PET-Einwegflaschen zu haben. Für Flaschen aus recyceltem PET gab es Pluspunkte. Zudem schauten die Testerinnen und Tester genau hin, ob die Angaben auf dem Etikett vollständig und korrekt sind.

Das Ergebnis zeigt: Die Mehrheit der getesteten Wässer schneidet gut oder sehr gut ab. Besonders auffällig ist, dass günstige Handelsmarken von Discountern und Supermärkten zu den Testsiegern zählen – und das für gerade einmal 19 Cent pro Liter. Wer Wert auf einen hohen Mineralstoffgehalt legt, findet ebenfalls sehr gute Optionen im Test. Neun Wässer hingegen überzeugten nicht vollständig, wegen zu wenig Prickeln im Mund, Verunreinigungen aus der Umwelt oder Mängeln bei der Kennzeichnung.

Die Testergebnisse erscheinen in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest sowie online unter test.de/mineralwasser.