Vegane Burger-Pattys sind nicht nur klimafreundlicher als ihre Fleisch-Pendants, sie schmecken auch mitunter besser, haben weniger Fett und sind hygienisch einwandfrei. Das zeigt ein aktueller Test der Stiftung Warentest. Bei den Rindfleisch-Pattys hingegen trübten Krankheitskeime und antibiotikaresistente Bakterien das Bild.
Die Stiftung Warentest hat zwanzig Burger-Pattys einem umfangreichen Prüfprogramm unterzogen: zehn aus Rindfleisch, zehn aus pflanzlichen Zutaten, darunter sowohl Tiefkühl- als auch Frischware aus dem Kühlregal großer deutscher Supermarktketten und Discounter. Die Experten prüften die Pattys in spezialisierten Laboren auf Krankheitserreger und andere Keime, auf Schadstoffe, auf antibiotikaresistente Bakterien sowie auf die Fleischqualität – etwa den Anteil von Bindegewebe und Muskelfleisch. Hinzu kamen eine sensorische Bewertung durch geschulte Prüfer sowie eine Analyse der Nährwerte.
Das Ergebnis überrascht: Sieben von zehn guten Pattys im Test sind pflanzlich. „Einige vegane Pattys haben uns sensorisch wirklich überzeugt – mit Bratnoten, Würze und Saftigkeit", sagt Testleiter Dr. Jochen Wettach. „Wer einen richtig guten Burger bauen will, wird heute auch bei Veggie-Varianten fündig."
Pflanzliche Pattys bringen im Schnitt nur gut halb so viel Fett mit wie Fleisch-Bratlinge, weniger Kalorien und sie bestanden sämtliche Keim- und Schadstoffprüfungen ohne Beanstandung. Anders als noch im Veggie-Burger-Test von 2021 fanden die Tester diesmal auch keine problematischen Fettschadstoffe wie 3-MCPD-Ester. Auch die Klimabilanz spricht klar für die vegane Wahl: Die Rinderhaltung verursacht laut Studien erheblich mehr Treibhausgase als die Produktion pflanzlicher Alternativen.
Bei den Rindfleisch-Pattys hingegen förderten die Laboranalysen Keim-Befunde zutage: In einem Tiefkühl-Patty wiesen die Tester mittels DNA-Test Shigatoxin-produzierende Colibakterien nach, Erreger, die schwere Durchfallerkrankungen auslösen können, beim Durcherhitzen jedoch abgetötet werden. In weiteren Fleisch-Pattys stießen sie auf antibiotikaresistente Keime, sogenannte ESBL-Bildner, die bestimmte Antibiotika unwirksam machen können. Auffällig: Die Bio-Fleisch-Pattys im Test waren allesamt frei von diesen Resistenzkeimen, ein Hinweis auf den eingeschränkten Antibiotikaeinsatz in der ökologischen Landwirtschaft.
Wer Fleisch-Pattys kauft, sollte sie laut Stiftung Warentest stets vollständig durchgaren, denn Hitze tötet die Keime zuverlässig ab. Auch sorgfältige Küchenhygiene ist wichtig, um eine Übertragung der Bakterien zu verhindern.
Die ausführlichen Testergebnisse gibt es in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest oder unter www.test.de/veggie-burger


