Beratungs- und Meldestellen

Hass im Netz: Was können Betroffene tun?

Beleidigungen und Bedrohungen sind ein wachsendes Problem in den sozialen Netzwerken. An diese Stellen können sich Betroffene wenden.

In Deutschland erleben mehr als drei Viertel der Menschen Hass im Netz. Das geht aus einer forsa-Studie im Auftrag der Landesanstalt Medien in Nordrhein-Westfalen aus diesem Jahr hervor. Mit 39 Prozent erreicht dabei der Anteil derjenigen, die Hasskommentare häufig oder sehr häufig wahrnehmen, im Vergleich zu den Vorjahren einen neuen Höchstwert.

Zugleich ist aber auch der Anteil derjenigen gestiegen, der sich wehrt und den Anfeindungen etwas entgegensetzt. Doch was lässt sich konkret gegen Hass im Netz tun?

Was können Betroffene tun?

Wenn Sie Hasskommentare oder -nachrichten erhalten, sollten Sie möglichst nicht darauf antworten. Ignorieren und blockieren Sie stattdessen den Urheber der Nachricht.

Die meisten sozialen Netzwerke und Foren bieten zudem eine Meldefunktion an, über die Inhalte, die gegen die Richtlinien der Plattform verstoßen, an die Betreiber übermittelt werden können.  

In besonders schweren Fällen können Sie auch Anzeige erstatten. Die Grenzen zwischen Meinungsfreiheit und Hassrede sind juristisch oft nicht eindeutig, doch es können durchaus die Straftatbestände der Beleidigung, Bedrohung, Verleumdung, Nötigung oder Volksverhetzung erfüllt sein. Den Verfassern von Hasskommentaren und  -nachrichten drohen in solchen Fällen dann Geld- oder sogar Haftstrafen.

Wenn Sie gegen die Täter vorgehen möchten, sollten Sie unbedingt Beweise sichern – am besten in Form von Screenshots, auf denen das Datum, die Plattform und der Name zu erkennen ist. Auch der Kontext, in dem die Äußerung getätigt wurde, sollte deutlich werden.

Meldestellen für strafrechtlich relevante Inhalte und Unterstützung beim Vorgehen gegen Hass im Netz finden Sie hier:

Hier finden Betroffene Hilfe

  • HateAid ist eine Ratgeber-Plattform gegen Hass im Netz und bietet Betroffenen digitaler Gewalt ein kostenloses Beratungsangebot und die Finanzierung von Prozesskosten.
  • Die Initiative Hassmelden prüft gemeldete Beiträge auf ihre strafrechtliche Relevanz und bringt sie gegebenenfalls zur Anzeige.
  • Auch auf der Seite internet-beschwerdestelle.de können Sie Inhalte melden, die möglicherweise rechtswidrig sind.